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Prostatabiopsie – neue Erkenntnisse der Studie PRICSION

Nach einem erhöhten PSA-Wert oder einem auffälligen rektalen Untersuchungsbefund wird oft die Prostatabiopsie als nächster Schritt eingeleitet. Die Rate der Männer, bei denen tatsächlich ein klinisch signifikantes Prostatakarzinom gefunden wird, ist jedoch erschreckend gering. Sie liegt nur bei 20-25% der biopsierten Männer. Es gibt inzwischen eine Möglichkeit, mehr Männern diese ungeliebte Prozedur, die wie jede OP auch ein Komplikationsrisiko mit sich trägt, zu ersparen. Über ein multiparametrisches MRT lässt sich das Risiko einer Tumorerkrankung erheblich besser einschätzen als nur über Blutwerte und Tastuntersuchungen. Wenn die Radiologen auf den MRT-Bildern kein tumorverdächtiges Areal entdecken, kann die Biopsie vermieden werden. Falls eine Auffälligkeit gefunden wird, können die Urologen gezielt das Gewebe entnehmen.

In der Studie PRECISION (Prostate Evaluation for Clinically Important Disease: Sampilng Using Image Guidance or Not?) mit 25 Zentren, hauptsächlich aus Nordamerika und Europa, wurde überprüft, ob die multiparametrische MRT-Methode der herkömmlichen ultraschallbasierten Standardbiopsie mit 10-12 entnommenen Gewebeproben überlegen ist.

Welche Ergebnisse lieferte die Studie zur Prostatabiopsie?

Von den teilnehmenden 500 Männern mit Verdacht auf einen Prostata-Tumor wurde bei der Hälfte zufallsmäßig eine Standardbiopsie durchgeführt, wohingegen die andere Hälfte das MRT-Verfahren durchlief. Als klinisch relevant wurde ein Tumor bezeichnet, wenn der Gleason-Score bei 3-4 oder höher lag.

Bei 28% der Männer wurden auf dem MRT keine tumorverdächtigen Stellen entdeckt und somit blieb ihnen die Prostatabiopsie erspart. Bei den Männern mit auffälligem MRT-Befund wurde zu 38% der Patienten tatsächlich ein klinisch signifikantes Karzinom entdeckt. Dagegen lieferte die Standardbiopsie-Gruppe erheblich schlechtere Resultate: bei nur 26% dieser Gruppe wurde ein Prostatakrebs gefunden, auch wenn sich fast alle Männer einer Biopsie unterziehen mussten.

Direkt nach der Prostatabiopsie lagen bei den Komplikationen kaum Unterschiede zwischen beiden Gruppen vor. Doch nach einem Monat wurde bei Patienten in der MRT-Gesamtgruppe nur halb so häufig Blut im Urin (30 statt 63%) oder in der Samenflüssigkeit (32 statt 60%) gefunden als in der Standard-Gruppe. Das kann zum Einen auf die geringere Biopsierate, zum Anderen auf die kleinere Anzahl an entnommenen Gewebeproben zurückgeführt werden, so die Ärzte der Studie.

Schlussendlich ließen 16% der Patienten aus der Standard-Gruppe selbst nach der Prostatabiopsie (meist solche mit negativem Ergebnis) dann doch weitere Tests durchführen, vor allem ein MRT. Aus der MRT-Gruppe bestanden hingegen nur 1% der Teilnehmer mit einem negativen MRT-Ergebnis noch zusätzlich auf eine Prostatabiopsie.

Die leitenden Ärzte der Studie PRECISION kamen zu dem Schluss, dass die MRT-basierte Methode deutlich präziser klinisch relevante Tumore finde als das herkömmliche Standardverfahren und es könnten erfolgreich viele nicht erforderliche Biopsien mit den einhergehenden Komplikationen vermieden werden.

Quelle:

Kasivisvanathan V et al. MRI-Targeted or Standard Biopsy for Prostate-Cancer Diagnosis. N Engl J Med 2018, online 19. März, https://doi.org/10.1056/NEJMoa1801993