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Fusionsbiopsie versus Standardbiopsie - eine Studie aus den USA

Kurz zusammengefasst: Bei einer Biopsie (=Gewebeentnahme) der Prostata wird mithilfe einer Hohlnadel weniger als 1% des Prostatagewebes entnommen, wenn ein Verdacht auf Prostatakrebs bei Männern vorliegt. Doch weist eine herkömmliche Prostatabiopsie unter Ultraschall gerade einmal eine 40-50 prozentige Chance zur Erkennung eines bestehenden Karzinoms (=Krebs) auf. Nun haben mehrere Studien den Vorteil einer Kombination eines mpMRTs, also einer Kernspinuntersuchung der Prostata und einer darauf folgenden sogenannten Fusionsbiopsie bewiesen. Bei der Fusionsbiopsie der Prostata wird das MRT-Bild der Prostata, auf dem tumorverdächtige Areale eingezeichnet sind, mit dem Ultraschallbild während der Biopsie ‚fusioniert’. Damit kann der untersuchende Urologe gezielt Gewebe in tumorverdächtigen Arealen der Prostata entnehmen. Das Ultraschallbild allein lässt diese zumeist nicht so deutlich erkennen. Dadurch liefert die Fusionsbiopsie mit 85% eine doppelt so hohe Erkennungsrate als die herkömmliche sogenannte randomisierte Prostatabiopsie.

Was sagen die einzelnen Publikationen zur Fusionsbiopsie aus?

In einem Artikel aus „Reviews in Urology – MedReviews“ zeigen Dr. Loeb und Dr. Weiss anhand einer Studie das Potenzial der Fusionsbiopsie auf (Weiss, B., & Loeb, S. (2015). MRI/Ultrasound Fusion Biopsy Versus Standard 12-Core Biopsy. Reviews in Urology, 17(2), 113–115).
www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4857907
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23787357

Die Studie sollte herausfinden, ob eine Biopsie nach herkömmlichem Standard oder eine Fusionsbiopsie akkuratere Ergebnisse hervorbringt, sprich welche Methode mit höherer Wahrscheinlichkeit aufzeigen kann, ob ein Prostatakarzinom vorliegt oder nicht. In den Jahren 2007 bis 2012 nahmen insgesamt 582 Patienten an der Studie der „National Institutes of Health“ (Nationale Gesundheitsinstitute der USA) teil. Von allen Männern wurden vor Beginn der Biopsie Bilder der Prostata mittels mpMRT aufgenommen. Diese Aufnahmen wurden anschließend von zwei erfahrenen und auf urologische Befunde spezialisierten Radiologen analysiert.

Anschließend wurde bei jedem Teilnehmer eine Standardbiopsie mit 12 Stanzen (= 12 Gewebeentnahmen) ohne Hinzuziehen der mpMRT-Befunde durchgeführt. Mindestens zwei weitere Stanzen wurden nach dem Schema der Fusionsbiopsie entnommen. Ein Computerprogramm ermöglicht es hierbei, die durch die Radiologen vormarkierten krebsverdächtigen Areale der MRT-Bilder in Echtzeit mit dem Ultraschallbild des Urologen während der Biopsie in Deckung zu bringen. So kann der Urologe weitaus präzisere Stanzen entnehmen und mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit das krebsverdächtige Areal erreichen. Somit waren bei der Fusionsbiopsie im Schnitt nur 5,7 Stanzen pro Patient notwendig, im Vergleich zu den 12 Stanzen bei der Standardbiopsie.

Ist eine Biopsie positiv, kann diese als klinisch relevant oder nicht relevant eingestuft werden. Klinisch relevant bedeutet, dass Therapien zur Krebsbekämpfung eingeleitet werden. Ab einem Gleason Score von > 4 + 3, wird die Gewebeprobe als klinisch relevant befunden. Männer mit klinisch nicht relevanten Gewebeproben benötigen vorerst keine Behandlung (Gleason Score < 3 + 4).

Unter den Männern, bei denen mit einer Standardbiopsie Prostatakrebs diagnostiziert wurde, wurde nach einer Fusionsbiopsie bei 81 Fällen der Gleason Score höher eingestuft. In 43 weiteren Fällen ergab die Fusionsbiopsie Prostatakrebs mit dem Gleason Score < 3 + 4 und in 38 weiteren Fällen klinisch relevanten Prostatakrebs. Insgesamt wären 17 Patienten mit höher gradigem Prostatakrebs als gesund eingestuft worden, wenn sie allein nach der Standardbiopsie beurteilt worden wären.

Die Studie zeigt also, dass krebsverdächtige Areale auf einem multiparametrischen MRT das Risiko auf die Diagnose Prostatakrebs deutlich erhöhen und dass mittels einer Fusionsbiopsie trotz weniger Stanzen das Karzinom besser entdeckt werden kann als mit einer Standardbiopsie.

Fazit: Die Fusionsbiopsie ein wichtiger Fortschritt in der Prostatakrebserkennung

Die Fortschritte in der Prostatakrebserkennung mittels Fusionsbiopsie sind vor allem aus zwei Gründen relevant. Zum einen reduzieren sie das Risiko einer Fehldiagnose, wenn eigentlich kein zu behandelndes Prostatakarzinom vorliegt und zum anderen maximieren sie die frühe Erkennung von Prostatakrebs, sodass direkt entsprechende Therapien eingeleitet werden können.

Die Ergebnisse der Studie der National Health Institutes unterstreichen deutlich die Vorteile eine Fusionsbiopsie gegenüber jeglichen herkömmlichen Biopsien.

Studie:

mpMRT/Ultraschall-Fusionsbiopsie erzielt eine deutliche höhere Trefferquote von tatsächlich erkranktem Prostatagewebe im Vergleich zur normalen Ultraschall-Biopsie.
(Siddiqui MM, Rais-Bahrami S, Truong H, et al. Eur Urol. 2013;64;713-719.)

Autoren: Brian Weiss, MD und Stacy Loeb, MD
Dr. Loeb wird durch das „Laura and Isaac Perlmutter Krebszentrum an der NYU", durch "Louis Feil Charitable Lead Trust" und die "National Institutes of Health under Award Number K07CA178258" unterstützt